FKDS der Fingerarterien (FA) 1996 – 2011
Bei der Häufigkeit akraler Probleme in der Täglichen Praxis ergibt sich ein Erfordernis zur nicht invasiven, primären Abgrenzung organischer Pathologien von funktionellen FA-Veränderungen.
Material und Methode:
Bei Darstellung mit der FKDS (Ocuson XP 10, 7.5 Mhz-Sonde) wurden 1996 an 100 FA von gesunden Normalwerte erarbeitet. In einer prospektiven Studie im Vgl. zur i.a.–DSA wurde 1996 die FKDS an 500 FA von 47 Patienten validiert.
Es handelte sich um Kranke mit einer hohen Prävalenz von Fingerarterienverschlüssen:
- Sekundäres Raynaud–Phänomen: 14
- Kollagenose: 3

- Verschluß bei M.Crohn: 1
- Arteriosklerose: 9
- Endangitis obliterans: 6
- embolischer Verschluß: 2
- traumatischer Verschluß: 2
- medikamentös induzierter Verschluß: 1
Ergebnisse:
Anders als sonstige periphere Arterien, auch anders als Zehenarterien, zeigen gesunde FA ein monophasisches Dopplerspektrum. Ein bi- oder tri-phasisches Signal belegt eine pathologische Veränderung. Die Untersuchung des Spektrums unter üblichen Raumtemperaturbedingungen liefert wichtige Ergebnisse: der normale Pulsatilitätsindex (PI) bewegt sich zwischen 0,9 – 1,9. PI-Werte < 0.9 weisen auf eine kollaterale Funktion hin, PI-Werte > 1.9 belegten eine Spastik oder ein distales Strömungshindernis.
Bei fehlender Invasivität war eine Spasmolyse im Warmwasserbad ausreichen sicher, eine unter diesem Bedingungen inkomplette Spasmolyse war immer Kennzeichen einer organisch veränderten Arterie. Für FA-Verschlüsse ergab sich eine Sensitivität von 86.9% und eine Spezifität von 93.4% bei einem PPW von 88.4% und einem NPW von 93%. Die mittlere Untersuchungszeit/Hand (10 Arterien) betrug damals 45 Minuten.
Diskussion:
Nach jetzt 15 Jahren der Anwendung in Klinik und Praxis hat sich die FKDS als Methode zur Untersuchung von FA bewährt. Mit rascher Verbesserung der Technik (Sondenfrequenzen bis zu 17 Mhz) ergeben sich praktikable Untersuchungeszeiten/Hand: ca. 15 Minuten. Offene FA sind von verschlossenen oft besser abgrenzbar als mit der i.a.-DSA. Ergänzend zur Fingeroszillographie oder der d-PPG erbringt die FKDS im Regelfall die spezifische Diagnose. Damit ist die FKDS der FA gegenwärtig die Standardmethode. Die i.a.-DAS verbleibt für die unklaren Fälle, ihr Ergebnis muß kritisch verglichen werden. Dem Wunsch nach einer verbesserten Dokumentation kommt ebenfalls die MRA nach, sie ist aber bislang der FKDS vor allem in der Abgrenzug pathologischer Befunde an den FA unterlegen.