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Großer Fortschritt in der Arteriosklerose-Forschung
Jenaer Wissenschaftler haben geklärt, welche Rolle altersbedingte Autoimmunreaktionen bei der Entstehung der Arteriosklerose spielen. Bisher sei man davon ausgegangen, dass vor allem die Plaques und Entzündungsreaktionen in der Intima für die lebensbedrohlichen Veränderungen der Arterien verantwortlich sind, erläutert Prof. Andreas Habenicht, Leiter des Instituts für Vaskuläre Medizin (IVM) am Universitätsklinikum Jena. Dr. Rolf Gräbner aus Habenichts Arbeitsgruppe konnte nun zusammen mit Kollegen vom Fritz-Lipmann-Institut (FLI) Jena sowie Forschern in den USA und den Niederlanden erstmals detailliert nachweisen, dass altersabhängige autoaggressive Immunprozesse an der Adventitia eine bedeutende Rolle im Krankheitsbild spielen (J Exp Med 206 [2009] 233-248). "Wir haben einen direkten Zusammenhang gefunden zwischen der Bildung von Plaques an der Intima und der Aktivierung des Immunsystems an der Adventitia großer Arterien - auch der Arterien des Herzens", erläutert Habenicht. ATLO organisieren vor Ort die spezifische ImmunantwortIm Mittelpunkt stehen so genannte ATLO: Arterielle Tertiäre Lymph-Organe. Diese entstehen in unmittelbarer Nähe chronischer Entzündungsherde und organisieren vor Ort die spezifische Immunantwort. "Durch hochauflösende Mikroskopie konnten wir die ATLO in der Außenwand von Aorta und Herzgefäßen in alten, an Arteriosklerose erkrankten Mäusen detailliert sichtbar machen und verfolgen. Außerdem konnten wir mit Hilfe der Einzelzellanalyse die zelluläre Zusammensetzung dieser lymphoiden Organe klären", erläutert Prof. Falk Weih vom FLI. "Wegweisend für unsere Analysen war, dass aggressive Tertiäre Lymphoide Organe (TLO) auch bei anderen chronischen Entzündungen auftreten und charakteristisch für viele Autoimmunerkrankungen sind". Glatte Muskulatur der Media doch nicht undurchdringlichATLO treten immer nur dort in der Adventitia auf, wo sich an der Intima lebensbedrohende Plaques angelagert haben. "Hier musste es also einen zellschichtübergreifenden Informationsaustausch geben", vermutete Habenicht. Das Besondere daran: Die dabei überwundene Mittelwand von Arterien besteht aus glatten Muskelzellen und galt bisher als undurchdringliche Barriere für Zellen und große Moleküle. Mit Hilfe von Genexpressionsstudien kam man dem Rätsel nun auf die Spur. Gibt es Plaques, lässt sich in den benachbarten glatten Muskelzellen die Aktivität des Lymphotoxin-Signalwegs nachweisen. Ist dieser aktiviert, werden Chemokine freigesetzt, die das Immunsystem aktivieren. In der Zellaußenwand entstehen dann die ATLO. ATLO nur in alten Labormäusen anzutreffenWeih: "Die autoaggressiven Immunprozesse bilden sich aus, weil die glatten Muskelzellen der Arterienwand die Entzündungssignale der Plaques an der Innenseite der Arterien aufnehmen, durch Bildung chemischer Botenstoffe an die außerhalb patroullierenden Immunzellen weitervermitteln und diese somit übermäßig aktivieren." Erstaunlicherweise fanden sich die ATLO nur in alten hyperlipidämischen Mäusen, so die Wissenschaftler. Die Forschungen haben also nicht nur bewiesen, dass Autoimmunreaktionen bei arteriosklerotischen Gefäßerkrankungen eine große Rolle spielen, sondern auch, dass diese Prozesse altersabhängig sind. Großer Schritt zu neuen TherapieansätzenNach Überzeugung der Jenaer Forscher sind ihre Resultate auf den Menschen übertragbar. Damit sei ein großer Schritt auf dem Weg zu neuartigen Therapien zurückgelegt. Beispielsweise könnten Medikamente zur Unterdrückung von Autoimmunreaktionen zum Einsatz kommen. Abstract der Originalpublikation me / Quelle: Leibniz-Institut für Altersforschung – Fritz-Lipmann-Institut 10.04.2009... zurück zu allen Nachrichten Weitere Nachrichten14.09.2011 - Grippeimpfstoff16.10.2010 - Wir sind umgezogen |
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